Nebenaggregate PDF Drucken

Neben dem Motor müssen noch weitere Aggregate versorgt werden. Dazu zählen die Heizung und die Klimaanlage, sowie der Bremskraftverstärker und die Servolenkung. Auch die Beleuchtung des Fahrzeugs darf nicht vernachlässigt werden. Abblendlicht und Rücklichter benötigen zusammen immerhin gut 150 bis 200 Watt.

Servolenkung

Kaum ein Auto ist heute ohne Servolenkung zu bekommen. Servolenkungen gibt es in zwei Ausführungen. Die elektrische Servolenkung unterstützt den Lenkvorgang mit Hilfe eines Elektromotors, der in Abhängigkeit der Lenkbewegung und der Lenkposition über einen Microcontroller gesteuert wird. Dabei gibt es eine elektro-mechanische (EPS) und eine elekto-hydraulische Variante (EHPS). Die elektro-hydraulische Version unterscheidet sich von der reinen hydraulischen Servorlenkung (HPS) nur dadurch, dass statt der durch den Verbrennermotor angetriebenen Hydraulikpumpe eine Elektropumpe zum Einsatz kommt. Autos mit HPS lassen sich nur schwer auf ein reines Elektrofahrzeug umrüsten. EHPS-Systeme besitzen den großen Nachteil, dass die Pumpe weniger effektiv, als im EPS läuft. Der Energiebedarf von Servolenkungen lässt sich nur schwer abschätzen. Er ist Abhängig von der Bereifung, dem Reifendruck und dem Fahrzeuggewicht, sowie vom Fahrzeugführer. Hektische und schnelle Lenkbewegungen, sowie Lenkbewegungen im Stand verbrauchen sehr viel mehr Energie, als ruhige Lenkbewegungen und Verzicht auf Lenkbewegungen im Stand.

Bremskraftverstärker

Der Bremskraftverstärker unterstützt durch Unterdrucknutzung den Bremsvorgang. Der erforderliche Unterdruck wird von einer Unterdruckpumpe erzeugt, die vom Verbrennermotor angetrieben wird. Bei Motoren, die den Unterdruck über den Ansaugtrakt erhalten können, kann diese Pumpe entfallen. Bei einem Elektrofahrzeug muss daher eine eigene elektrisch betriebene Pumpe den nötigen Unterdruck erzeugen. Die eventuell vorhandene ABS-Elektronik kann ohne Modifikation verwendet werden.

Klimatisierung

Die Klimatisierung stellt bei Elektroautos ein großes Problem dar. Eine zeitgemäße moderne Heizung bzw. Klimaanlage verbraucht in einem Auto bis 3kW. Der Betrieb der Klimatisierung kann innerhalb von 4 Stunden den kompletten Fahrakku leersaugen, ohne dass auch nur ein einziger Kilometer gafahren wurde. Jetzt stelle man sich nur einen Stau im Winter vor...

Zur Zeit werden verschiedene Ansätze verfolgt.

  • Wärmepumpe (Klimaanlage und Heizung kombiniert)
  • Heizlüfter (Föhn-ähnlich) mit separater Klimaanlage
  • Tauchsieder mit Wärmetauscher und separater Klimaanlage

Grundsätzlich gilt: Die Rückwandlung von elektrischer Energie in Wärme ist mit Abstand die ineffizienteste Lösung.

Die aus meiner Sicht effektivste und umweltfreundlichste Lösung stellt eine modifizierte Standheizung dar, die mit Methan oder einem anderen nicht aus Ölquellen gewonnenen Treibstoff betrieben werden kann. Ein mini-Aggregat, das ebenfalls mit diesem Treibstoff betrieben wird, kann eine Klimaanalge antreiben. An dieser Stelle gibt es viele unterschiedliche Meinungen. Verbreitet ist die Ansicht, dass in einem Elektroauto auf keinen Fall wieder irgendwo ein Verbrennungsprozess stattfinden darf - egal wie effizient dieser Lösungsansatz auch ist. 3 Liter Treibstoff würden ausreichen, um gleichzeitig Klimaanlage und Heizung, sowie alle Nebenaggregate 8 Stunden lang zu betreiben - diese Betriebsleistung kann mit der Akkumulatortechnik nicht erreicht werden.