Peak Oil PDF Drucken

Eines vorweg:

Der Mensch wird auch die nächsten Jahrzehnte Öl fördern können. Fraglich ist jedoch die Höhe des Preises, der für das Öl gezahlt werden muss.

Fakt ist: Seit den 70ern wurden keine bedeutenden Ölfelder mehr gefunden, die leicht zu erschließen sind. Viele kleine Ölfelder erfordern viele Bohrtürme. Kleine Ölfelder versiegen jedoch sehr schnell wieder. Die Kosten und der Energiebedarf für die Ölforderung steigen daher kontinuierlich. Die großen Ölfelder, die entdeckt wurden (z.B. vor der Küste Brasiliens), sind nur schwer zu erschließen, was zu hohen Erschließungs- und Förderkosten führt (neben der sehr hohen Umweltbelastung im Umkreis der Förderung). Ölschiefer und Ölsande existieren in ausreichenden Mengen - nur die Energie, die zur Ölgewinnung aufgebracht werden muss, ist sehr hoch. Für drei Liter Öl bei der Ölsandförderung wird ein Liter Öl verbraucht, wobei zusätzlich Unmengen an Trinkwasser verbraucht werden. Je schwieriger die Förderung ist, desto mehr Energie wird bei der Förderung verbraucht.

Und Gas? Auch hier wird befürchtet, dass die Förderung in wenigen Jahren rückläufig sein wird.

Und Kohle? Die geschätzen Vorräte reichen noch mehr als 100 Jahre. Die Kohleverflüssigung stellt eine Möglichkeit dar, um Benzin und Diesel aus Kohle zu gewinnen. Aber es werden ca. 40% der in der Kohle enthaltenen Energie (bei derzeitigem Stand der Technik) für die Verflüssigung benötigt...

 

Bedenklich sind noch folgende Fakten:

 

Zu Beginn des Ölzeitalters lag der EROIE bei 1:100 (eine Tonne Öl für den Energiebedarf der Ölförderung ergibt 100 Tonnen gefördertes Öl)

In den 70iger Jahren betrug der EROIE nur noch 1:30

Heute sind wir bei 1:15 - Tendenz weiter fallend.

Ölsande bringen ein EROIE von 1:3

EROIE =  Energy Returned On Invested Energy

Die Qualität des geförderten Öls nimmt zusätzlich kontinuierlich ab.

 

Aber: Der Mensch benötigt immer mehr Energie. Die Zeiten preiswerter fossiler Treibstoffe sind definitiv vorbei und bereits in wenigen Jahren wird Öl ein hart umkämpfter Rohstoff sein - mit allen weltwirtschaftlichen Konsequenzen.

Alles nur Panikmache?

Die Organisationen ASPO (Association for the Study of Peak Oil and Gas), EWG (Energy Watch Group), EIA (US Energy Information Agency) und einige Mineralölkonzerne warnen schon seit einiger Zeit vor dem Ölfördermaximum. Die IEA (Internationale Energie Argentur) ist die einzige Organisation, die ein Ölfördermaximum noch nicht sieht - sie hat allerdings auch einen Ölpreis von 30$ bis 40$ pro Fass für das Jahr 2030 prognostiziert - und das bereits im jahr 2008, als die erste extreme Ölpreisralley begann. In Zukunft wird der Ölpreis noch einige sehr heftige Preissprünge vollziehen, um später auf einem sehr hohen Preisniveau zu verharren - allerdings nur, wenn sich die Weltwirtschaft sehr schnell an dieses Ereignis anpassen kann und trotz notwendigem Wachstum kontinuierlich weniger Öl verbraucht. Interessant ist, dass jetzt ernsthaft der Aufbau einer milliardenschweren dezentralen Solarenergieanlage in Afrika für die Stromversorgung in Europa in Betracht gezogen wird. Solche Planungen mit einem konkreten Umsetzungsziel würden nicht durchgeführt werden, wenn die Energiewirtschaft von einer absolut problemlosen und preisgünstigen Öl- und Gasversorgung in der Zukunft ausginge.